Referat über Umwelt und Natur in Spanien

 

von Thomas Rheinfelder

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allgemeines

Spanien (spanisch España), konstitutionelle Monarchie, und Portugal bilden gemeinsam die Iberische Halbinsel. Sie bildet ein riesiges achteckiges Vorgebirge im äußersten Südwesten Europas. Sie liegt in einer gemäßigten Klimazone, zwischen 43°47’24’’ nördlicher Breite (Estaca de Bares) und 36°00’03’’ südlicher Breite (Punta de Tarifa) sowie zwischen 7°00’29’’ östlicher Länge (Cabo de Creus) und 5°36’40’’ (Cabo de Tourinan). Die Iberische Halbinsel hat eine Fläche von 580 825 km², wovon vier Fünftel (80 %) auf Spanien entfallen. Spanien grenzt im Norden an den Golf von Biscaya, an Frankreich und Andorra, im Osten an das Mittelmeer, im Süden an das Mittelmeer und an den Atlantik und im Westen an Portugal und den Atlantik. Die britische Kronkolonie Gibraltar liegt im äußersten Süden von Spanien und wird von diesem beansprucht. Die Balearen im Mittelmeer, bestehend aus den Inseln Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und Cabrera, und die Kanarischen Inseln im Atlantik vor der Küste Afrikas, bestehend aus den Inseln Lanzarote, Fuerteventura, Gran Canaria und Teneriffa, sind spanische Gebiete. Weiterhin stehen zwei kleine Exklaven in Marokko, Ceuta und Melilla, sowie drei Inselgruppen nahe der Küste von Afrika, Peñón de Vélez de la Gomera, die Alhucemas- und die Chafarinas-Inseln, unter spanischer Verwaltung. Das Staatsgebiet Spaniens einschließlich der Gebiete in Afrika und der Inselterritorien beläuft sich auf 505 992 km². Madrid ist Hauptstadt und gleichzeitig die größte Stadt des Landes. Der Umfang von Festlandspanien beträgt insgesamt 4038 km. Davon beläuft sich die Küstengrenze auf 2370 km, wovon 1660 km auf die Mittelmeerküste und 710 km auf die Atlantikküste entfallen, und die Festlandgrenze auf 1668 km, wovon 435 km auf die Pyrenäen, die als natürliche Grenze zu Frankreich und Andorra dienen, 1 km Grenze zu Gibraltar und 1232 km Grenze zu Portugal entfallen.

Das spanische Festland wird von drei unterschiedlichen Landschaftsräumen geprägt. Dies sind das zentrale Hochland der Meseta, die randlich anschließenden Gebirge sowie die äußeren Becken- und Gebirgslandschaften. Die mittlere Höhe des Festlandes beträgt etwa 660 Meter über dem Meeresspiegel. Damit ist Spanien nach der Schweiz das gebirgigste Land des europäischen Kontinents.

Das ausgedehnte Hochland der Meseta mit Madrid im Zentrum erstreckt sich über eine Fläche von mehr als 250 000 km². Diese Hochebene fällt von Osten nach Westen sanft ab. Sie wird vom Kastilischen Scheidegebirge und dessen Ausläufern Sierra de Guadarrama und Sierra de Gredos in die nördliche und die südliche Meseta unterteilt. Die Gebirgszüge sind durch zum Teil steilwandige Täler intensiv gegliedert. Die nördliche Meseta umfasst die historischen Landschaften Altkastilien und León, die größere südliche Meseta die Landschaften Neukastilien und Extremadura. An die zentral gelegene Meseta schließen Gebirgszüge an. Nach Norden ist dies das Kantabrische Gebirge. Im Osten wird die Hochebene vom Iberischen Randgebirge umrahmt. Die geographische Grenze nach Süden markiert die Sierra Morena. Im Westen fällt die Meseta allmählich über das Tafelland der Extremadura zur Atlantikküste in Portugal ab.

Zu den höchsten der äußeren Randgebirge des spanischen Festlandes gehören die Pyrenäen im Norden und die Betische Kordillere mit der Sierra Nevada im Süden. Zwischen den inneren, die Meseta begrenzenden Gebirgen und den küstennahen Hochgebirgen breiten sich ausgedehnte Flusstäler aus. Weite Beckenlandschaften werden von den längsten Flüssen der Halbinsel durchquert.

Die fruchtbaren Küstenebenen sind überwiegend schmal und selten breiter als 30 km. An einigen Stellen reichen die Bergketten bis an das Meer, wo sie zum Teil sehr steil abfallen und felsige Landspitzen bilden. Dies ist besonders entlang der Mittelmeerküste der Fall, wo sich einzelne Ausläufer des Katalanischen Küstengebirges bis zum Meer hin ausdehnen. Barcelona verfügt über den einzigen größeren Hafen an diesem Küstenabschnitt. An der Küste im Nordwesten Spaniens, besonders in Galicien, gibt es einige bedeutende Häfen. Die Voraussetzungen für die Entstehung geeigneter Buchten sind in diesem Bereich überaus günstig. Durch nacheiszeitlichen Anstieg des Meeresspiegels wurden in Galicien ehemalige, weit ins Landesinnere hineinreichende Fluss-täler überflutet und bilden nun tief eingeschnittene Buchten. In diesen Küstenbereichen entstanden ideale Naturhäfen.

Die Inselgruppe der Balearen bildet geologisch die nordöstliche Fortsetzung der Betischen Kordillere im Mittelmeer.

Auch wenn der Boden in Spanien für eine agrarische Nutzung sorgfältig bewässert und kultiviert werden muss, ist er eine reiche und wertvolle natürliche Ressource. Das Spektrum unterschiedlicher Bodentypen ist aufgrund der Größe des Landes überaus breit. Während weite Teile des überwiegend trockenen Landesinneren von wenig entwickelten Rohböden bedeckt sind, ist in den feuchteren Gebieten Terra rossa großflächig verbreitet. Dieser Bodentyp ist charakteristisch für die Teile des mediterranen Raumes, in denen Kalkstein ansteht. Die niederschlagsreichen Gebiete im Norden des Landes sowie an den Luvseiten der Gebirge sind mit fruchtbaren Braunerden bedeckt. Die Landesteile in den trockenen Bereichen des südöstlichen Spanien tragen überwiegend graue, salzhaltige Halbwüsten- und Wüstenböden.

Die längsten spanischen Flüsse durchqueren zum Teil ausgedehnte Beckenland-schaften. Sie haben meist große Einzugsgebiete; ihre Wasserscheiden verlaufen über die Kämme der hohen Gebirgszüge. Die Hauptwasserscheide zwischen Atlantischem Ozean und Mittelmeer verläuft über die Gebirge, welche die Meseta im Norden und Osten begrenzen.

Der für kleinere Schiffe streckenweise befahrbare Ebro im Nordosten Spaniens fließt in einem breiten Becken zwischen den Pyrenäen und dem Iberischen Randgebirge und mündet nach Durchqueren des Katalanischen Küstengebirges in einem sich ständig erweiternden Delta ins Mittelmeer. Er ist 910 km lang und der einzige der großen spanischen Flüsse, die in das Mittelmeer entwässern. Die anderen Hauptflüsse des Landes münden in den Atlantischen Ozean. Der 657 km lange Guadalquivir durchfließt in Südspanien das breite Andalusische Becken, das zum Atlantischen Ozean hin in eine weite Tiefebene übergeht. Duero (Gesamtlänge 895 km), Tajo (1007 km), Guadiana (778 km) und Miño (310 km) entspringen in Spanien und münden in Portugal in den Atlantik.

Der Guadalquivir ist der tiefste Fluss Spaniens und der einzige, der über eine gewisse Strecke für größere Schiffe befahrbar ist. Die meisten spanischen Flüsse sind zu schmal für die Binnenschifffahrt und können auch kaum zur Bewässerung genutzt werden. Zahlreiche Kraftwerke dienen jedoch der Energiegewinnung aus Wasserkraft. In Spanien gibt es keine größeren natürlichen Binnenseen. An vielen Stellen der großen Flüsse wurden künstliche Stauseen angelegt.

Aufgrund der großen Höhenunterschiede und der weiten Nord-Süd- und West-Ost-Erstreckung hat Spanien Anteil an mehreren Klimazonen. Die nördlichen Landesteile, von Galicien im Nordwesten über das Kantabrische Gebirge bis zu den Pyrenäen im Nordosten, sind ozeanisch geprägt, sie erhalten Niederschläge zu allen Jahreszeiten. In manchen Gebieten wurden schon Jahresniederschläge von mehr als 2500 mm verzeichnet. Sie gehören damit zu den feuchtesten Gebieten Europas. Die Tages- und Jahresschwankungen der Temperatur sind im Norden relativ gering. Die mittleren Monatstemperaturen liegen im Sommer um 20°C, im Winter bei etwa 9°C.

Das Klima im überwiegenden Teil Spaniens ist demgegenüber subtropisch-mediterran. Aufgrund der großen Entfernung zum thermisch ausgleichenden Meer hat es kontinentalen Charakter. Die Temperaturunterschiede sind im Jahresverlauf vor allem in der Meseta sehr hoch. Madrid hat eine mittlere Julitemperatur von 24°C, während der entsprechende Wert im Januar bei nur 5°C liegt. Einzelne Tage können extremere Werte annehmen. So werden hier im Sommer mitunter Tagestemperaturen von 40°C überschritten und im Winter an manchen Tagen –10°C erreicht. Hier können im Winter die Flüsse zufrieren, während es im Sommer in der zentralen Hochebene so heiß ist, dass viele Flüsse bei lange andauernden Dürreperioden vollständig austrocknen. Die mittleren Jahresniederschläge liegen in den flachen Gebieten der Meseta zwischen 300 und 600 mm (in Madrid 419 mm), die Randgebirge des Hochlandes erhalten bis 2000 mm. Hauptregenzeiten im zentralen Spanien sind Frühjahr und Herbst.

Am trockensten ist es in den küstennahen Tieflagen im Südosten. Im Windschatten der Sierra Nevada werden häufig 200 mm Niederschlag im Jahr unterschritten. Damit zählt dieses Gebiet zu den trockensten in Europa. Halbwüstenhafte Bedingungen herrschen in einem küstenparallelen Streifen zwischen Alicante im Nordosten und Almería im Südwesten. Regen fällt hier in Form von Schauern an nur wenigen Tagen im Jahr.

Auf den Balearen sind die Winter relativ mild bei Mittelwerten um 12°C. Die Kanarischen Inseln verzeichnen aufgrund der südlichen Lage ganzjährig hohe Temperaturen; die Mittelwerte liegen zwischen 18°C im Winter und 26°C im Sommer.

 

 

 

Geschichte

Die frühesten Zeugnisse von Ureinwohnern der Iberischen Halbinsel sind Höhlenzeichnungen aus der paläolithischen Epoche. Sie wurden am Golf von Biscaya und in den westlichen Pyrenäen gefunden. Von der für den Norden charakteristischen Entwicklung war die spätere neolithische Almeriakultur (etwa 3000 v. Chr.) im Südosten Spaniens grundlegend verschieden. Diese war eher mit der prähistorischen Geschichte Afrikas verwandt. Hier, in der südlichen Region, begann die erste Besiedlung durch die Iberer, einem ursprünglich nordafrikanischen Volk. Um 1000 v. Chr. hatten sie sich zum bedeutendsten ethnologischen Element auf der Halbinsel entwickelt, die dann auch nach ihnen benannt wurde. Ein anderes Volk, das ebenfalls einen bedeutenden Einfluss auf die geschichtliche Entwicklung der Halbinsel hatte, waren die Kelten, die im Zuge einer massiven Völkerwanderung von Frankreich her eindrangen. So vermischten sich Kelten und Iberer zum so genannten Volk der Keltiberer, das vorwiegend in den zentralen Gebieten, im Westen und entlang der Nordküste lebte.

Das erste Volk, von dem man weiß, dass es aus dem östlichen Mittelmeerraum auf die Halbinsel einwanderte, waren die Phönizier. Dieses Seefahrervolk siedelte sich vermutlich im 11. Jahrhundert v. Chr. hier an. Die Phönizier gründeten an der Stelle des heutigen Cádiz eine Kolonie.

In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts v. Chr. begann der afrikanische Staat der Karthager auf der Halbinsel vorzudringen. Die Karthager gründeten um 230 v. Chr. die Stadt Barcelona. Weitere Kolonien wurden errichtet, u. a. Carthago Nova (heute Cartagena). 219 v. Chr. zerstörte der karthagische General Hannibal die griechische Kolonie Saguntum (heute Sagunto). Er verletzte damit ein zuvor zwischen Karthago und Rom geschlossenes Abkommen, in dem die Grenzen des karthagischen Territoriums festgelegt worden waren, und beschwor damit den zweiten Punischen Krieg herauf. 206 v. Chr. war Karthago gezwungen, die Halbinsel aufzugeben. Neun Jahre später untergliederte Rom sie in zwei Provinzen, Hispania Citerior im Nordosten im Tal des Ebro und Hispania Ulterior in der Ebene im Süden, durch die der Guadalquivir fließt. Die Volksstämme im hohen Norden konnten ihre Unabhängigkeit von Rom bis 19 v. Chr. aufrechterhalten. Die spanische Landwirtschaft war der größte Getreidelieferant Roms.

409 n. Chr. stießen die Alanen, Vandalen und Sweben über die Pyrenäen auf die Halbinsel vor. Die Einheit von Hispania unter römischer Herrschaft war zerstört. Die Römer wandten sich hilfesuchend an die Westgoten. Diese entsandten 412 ihre Armeen in die Region und wurden innerhalb von sieben Jahren zur stärksten Macht. Sie etablierten 419 das Königreich von Toulouse, das nur dem Namen nach Rom als Vasall unterstand. Zur Zeit seiner größten territorialen Ausdehnung umfasste dieses Königreich die Gebiete von der Straße von Gibraltar bis in den Norden an die Loire im heutigen Frankreich. Drei Jahrhunderte lang (419 – 711) prägte der König von Toulouse die Halbinsel im Sinne der römischen Kultur und des Christentums. Die Westgoten schufen den ersten Gesetzeskodex für römisches und germanisches Recht. Von 586 bis 601 etablierten sie den römischen Katholizismus als offizielle Staatsreligion.

711 überquerte eine muslimische Berberarmee unter der Führung von Tariq ibn-Ziyad die Straße von Gibraltar und drang von Nordafrika her auf die Iberische Halbinsel ein. Bis 719 hatten die Invasionstruppen das gesamte Gebiet von der Küste bis an die Pyrenäen unter ihre Kontrolle gebracht. In den ersten Jahren ihrer Herrschaft hielten die Mauren, wie die Berber genannt wurden, die als Eroberer ins Land kamen, die Halbinsel (mit Ausnahme von Asturien und dem Baskenland) als eine Art Kolonie der Provinz Nordafrika, einem Verwaltungsbezirk des Kalifats von Damaskus. Nach 717 stand das Land unter der Herrschaft von Emiren, die von den Kalifen ernannt wurden. 756 gründete Abd-ar-Rahman ein mächtiges und politisch unabhängiges Emirat, das sich später zum Kalifat von Córdoba entwickelte. Während der weiteren Festigung der Macht der Mauren konnte sich ein letzter Rest der christlichen Herrschaft in den nördlichen Gebieten der Halbinsel behaupten. Der bedeutendste christliche Staat auf der nördlichen Halbinsel, das kleine Königreich von Asturien, wurde um 718 von Pelayo, einem Anführer der Westgoten, gegründet. Pelayos Schwiegersohn, Alfonso, eroberte fast die gesamte Region, die als Galicien bekannt war, gelangte wieder in den Besitz großer territorialer Gebiete von León und wurde letztendlich als Alfonso I. zum König von León und Asturien gekrönt. Alfonso der III. vergrößerte diese Territorien während seiner Regentschaft bis 910. Im 10. Jahrhundert wurde die Region von Navarra unter Sancho I. ein unabhängiges Königreich. Zu Beginn des 10. Jahrhunderts dehnten die Könige von León ihr Herrschaftsgebiet Richtung Osten weiter bis Burgos aus. Aufgrund der Burgen, die hier entstanden, um die Grenzen der neu eroberten Gebiete verteidigen zu können, wurde diese Region Castilla oder Kastilien genannt. Unter Graf Fernán González erhielt das Gebiet seine Unabhängigkeit von León, und 932 erklärte der Graf sich selbst zum ersten König von Kastilien. Im 11. Jahrhundert eroberte Sancho III., König von Navarra, beträchtliche Gebiete von Aragonien, die unter maurischer Herrschaft standen, sowie León und Kastilien. Der berühmteste Sohn von Sancho war Ferdinand, der 1037 León eroberte (nach Sanchos Tod wurde sein Reich unter seinen Söhnen aufgeteilt) die maurischen Gebiete von Galicien übernahm und auf dem Territorium des heutigen Portugals einen Vasallenstaat errichtete. Durch das Bündnis mit Nordspanien gestärkt, erhob sich Ferdinand 1056 selbst zum Kaiser von Spanien (von Latin Hispania). Damit begann die Periode der Rückeroberung der Gebiete, die unter muslimischer Herrschaft standen.

Als die große Reconquista begann, hatte das muslimische Spanien etwa drei Jahrhunderte lang unter der Herrschaft der Omaijaden-Dynastie gestanden. Der bedeutendste ihrer Regenten war Abd-ar-Rahman III., der sich 929 selbst zum Kalifen ernannte. Seine Hauptstadt, Córdoba, entwickelte sich nach Konstantinopel zur prächtigsten Stadt Europas, und die spanische Kultur war der Kultur der übrigen Staaten auf dem Kontinent weit überlegen. In dieser Zeit wurden viele Schulen gebaut, deren Besuch kostenlos war. An den großen muslimischen Universitäten wurden Studien in den Bereichen Medizin, Mathematik, Philosophie und Literatur betrieben. Aristoteles wurde hier z. B. schon lange studiert, bevor sein Name im christlichen Europa berühmt wurde. Besonders die Literatur erlebte eine enorme Entwicklung, begünstigt dadurch, dass viele der Kalifen selbst bedeutende Dichter und Schriftsteller waren. Auch die Kunst und Architektur erlebte eine Blütezeit. Die Omaijaden trugen außerdem zur Förderung des Handels und der Landwirtschaft bei. In der gesamten südlichen Region legten sie effektive Bewässerungssysteme an. Die Dynastie zerfiel 1036 mit dem Tod Hishams III., und das Kalifat teilte sich in eine Reihe unabhängiger und untereinander verfeindeter maurischer Königreiche, zu denen Córdoba, Granada, Sevilla, Toledo, Lissabon, Zaragoza, Murcia und Valencia gehörten. Die Auflösung der maurischen Zentralmacht ermöglichte es den christlichen Königen Nordspaniens, weiter Richtung Süden vorzudringen. Einige der maurischen Staaten wurden vollkommen unterworfen, andere dagegen in tributpflichtige Staaten umgewandelt. Zwischen 1023 und 1091 gelang es den Abbasiden von Sevilla, für kurze Zeit wieder eine Zentralmacht zu etablieren. Alfonso I. von Kastilien führte seine Angreiferarmee in den Süden, und bis 1086 hatte er das Gebiet von Toledo erobert. Abbad al-Mutamid, Abad III. von Sevilla genannt, rief die Almoraviden, eine muslimische Sekte aus Nordafrika, zu Hilfe. Zu Beginn des 12. Jahrhunderts übernahm der Herrscher der Almoraviden die Regentschaft über das muslimische Spanien. Ihre Macht wurde von einer zweiten afrikanischen Sekte übernommen, den Almohaden, die 1145 in Spanien einfielen und innerhalb von nur fünf Jahren die Herrschaft in allen muslimischen Gebieten übernommen hatten. 1212 wurden die Almohaden bei Toledo von den christlichen Königen geschlagen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich nur noch einige Häfen in der Nähe von Cádiz und das Königreich von Granada unter der Herrschaft der Mauren. Granada konnte sich bis 1492 behaupten. Es war eines der größten und prächtigsten aller muslimischen Königreiche. Spanien bestand nun, abgesehen von diesen Regionen, aus zwei großen Königreichen: im Westen Kastilien und León, einschließlich Asturiens, Córdobas, Extremaduras, Galiciens, Jaéns und Sevillas, und im Osten Aragonien, zu dem Barcelona, Valencia und die Inselgruppe der Balearen gehörte.

1469 ermöglichte die Heirat Isabellas I. von Kastilien und Ferdinands II. von Aragonien die Entwicklung Spaniens zu einer Großmacht. Sie wurden gemeinsam Herrscher von Kastilien (1474) und Aragonien (1479). Großen Wert legten die frommen Monarchen (die den Titel "Katholische Könige" erhielten) auf die 1478 etablierte Inquisition zur Förderung der Reinheit des Glaubens. 1480 berief Isabella in Toledo die Cortes (Ständeparlament) ein. Diese Cortes schufen die legislativen Grundlagen für den königlichen Absolutismus in Kastilien. Die Kodifizierung der Gesetze wurde wieder aufgenommen, das Justizsystem reformiert und die Macht des Adels eingeschränkt. Außerdem wurden die Verwaltungsstrukturen sowie die Methoden zur Rekrutierung von Staatsbediensteten systematisiert, wodurch Kastilien sich vermutlich zum modernsten großen Staat seiner Zeit entwickelte. Während des zehnjährigen Krieges gegen Granada, der letzten maurischen Festung auf der Iberischen Halbinsel, konnte die königliche Macht weiter gefestigt werden. Die verbliebenen Mauren und Juden mussten zum christlichen Glauben konvertieren oder wurden des Landes verwiesen. Die größten historischen Konsequenzen hatte jedoch eine zunächst scheinbar unbedeutende Handlung, nämlich die finanzielle Unterstützung von Cristobal Colón (Christoph Kolumbus) bei seiner Suche nach einer westlichen Route nach Indien.

Die neue stärke Kastiliens wurde durch die Tatsache offenbar, dass dieses Land in der Lage war, ein riesiges Imperium in Übersee aufzubauen und gleichzeitig die Vorherrschaft in Europa zu übernehmen. Die bedeutendsten Ereignisse waren die Zerstörung des Aztekenreiches in Mexiko von 1519 bis 1521 und die Eroberung des Inkareiches von Peru von 1531 bis 1533. Bis zu den fünfziger Jahren des 16. Jahrhunderts hatte Spanien die Kontrolle fast auf dem gesamten südamerikanischen Kontinent, in Mittelamerika, Florida, Kuba sowie in Asien und auf den philippinischen Inseln übernommen. Durch die Entstehung dieses Reiches konnte das Christentum erstmalig über den Atlantik vordringen. Seinen Aufstieg zu einer der europäischen Großmächte verdankte Spanien hauptsächlich König Ferdinand. Eine seiner Töchter, Johanna, verheiratete er mit dem Habsburger Philipp von Burgund, dem späteren König Philipp I. von Kastilien. 1504 fanden die Expansionsbestrebungen mit dem Tod Isabellas im Prinzip ein Ende. Die Krone Kastiliens ging an Johanna über, die dem Wahnsinn verfiel. Ferdinand, in Sorge um die Aufrechterhaltung der Einheit von Kastilien und Aragonien, versuchte die Regentschaft zu übernehmen. Er wurde aber von Philipp überlistet, der mit der Unterstützung der kastilischen Adeligen an Stelle seiner Frau die Herrschaft übernahm. 1506 starb Philipp jedoch, und wiederum übernahm Ferdinand die alleinige Führung der beiden Königreiche. Ferdinand starb 1516. Nachfolger wurde sein Enkelsohn Karl, Sohn Johannas und Philipps, der als legaler Erbe beider Königreiche der erste König eines vereinigten Spaniens wurde.

Durch die Thronbesteigung Karls gelangte die Habsburger Dynastie auch in den Besitz des spanischen Throns. Karl war der mächtigste christliche Monarch seiner Zeit. Zusätzlich zu Spanien und dessen Besitzungen in Italien und Amerika übernahm er seitens seines Vaters als Erbe die Niederlande und das Burgund. Er verfügte auch über starke Verbindungen zur österreichischen Linie des Habsburger Hauses, und 1519 wurde er als Karl V. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Karl war in Flandern aufgewachsen und der spanischen Sprache nicht mächtig. 1520 bis 1521 kam es in Toledo, Segovia und anderen kastilischen Städten zu Aufständen. Die Unruhen wurden mit Hilfe des Adels niedergeschlagen, und es sollte drei Jahrhunderte dauern, bis erneut der Unmut gegen den königlichen Absolutismus in Spanien zum Ausbruch kam. Karl stand an der Spitze der katholischen Bemühungen, die erst eine Versöh-nung und später die Unterdrückung der protestantischen Reformation, die sich über Nordeuropa ausbreitete, anstrebten. Im Süden entsandte er Kriegstruppen gegen Tunesien (1535) und Algerien (1541), um den westlichen Mittelmeerraum gegen die türkischen Expansionsbestrebungen zu schützen.

1556 überließ Karl den spanischen Thron seinem Sohn Philipp II.. Als Philipps Regentschaft begann, herrschte Ruhe in Spanien. 1571 übernahm Spanien die Führung der Heiligen Liga, die in der Schlacht von Lepanto den Türken eine vernichtende Niederlage beibrachte. Als König Heinrich von Portugal neun Jahre später starb, konnte Philipp auch hier die seitens seiner Mutter legalisierten Ansprüche auf den portugiesischen Thron erheben. Durch die Vereinigung Spaniens mit Portugal, das Territorien in Asien, Afrika und Brasilien besaß, entstand das bedeutendste Imperium der Welt, das auch von der Ausdehnung her das größte war. Philipp war auf seine Treue zum römischen Katholizismus und die Aufrechterhaltung der absolutistischen Macht bedacht. Philipps Verfolgung der Protestanten und seine Versuche, die Niederlande ohne Berücksichtigung ihrer traditionellen Rechte wie eine Provinz Spaniens zu regieren, führten 1566 zu offenen Aufständen und führten außerdem zum Krieg mit England. Unter Königin Elisabeth I. entwickelte sich England zu einer protestantischen Macht, deren Außenpolitik die inoffizielle Unterstützung der niederländischen Rebellen sowie der englischen Seefahrer beinhaltete, die ständige Vorstöße gegen die spanischen Kolonien und die Silberflotten in Amerika unternahmen. Philipp entsandte 1588 eine riesige Flotte gegen England, aber die große spanische Armada wurde im Ärmelkanal vernichtend geschlagen. In der Zwischenzeit hatte sich die Situation im eigenen Land zunehmend verschlechtert. Die Besteuerung wurde extrem verschärft. Auch die Epidemien, die in Spanien in den neunziger Jahren des 16. Jahrhunderts um sich griffen und zu einer drastischen Reduzierung der Bevölkerung führten, hatten eine zunehmende wirtschaftliche Instabilität zur Folge. Als Philipp 1598 starb, hinterließ er ein Land, das international an Bedeutung verloren hatte.

Philipp III. beendete die Auseinandersetzung mit den Niederlanden und schränkte auch die anderen Unternehmungen Spaniens auf ausländischem Boden ein. 1609 verwies er etwa 250 000 Morisken (christianisierte Mauren) des Landes, was eine weitere Abnahme der Bevölkerung sowie eine Erschütterung der Wirtschaft Spaniens zur Folge hatte. Philipp IV., der nach dem Tod seines Vaters 1621 den Thron bestieg, zog die Kultur der Politik vor. Die Regierungsgeschäfte übertrug er Gaspar de Guzmán, Graf von Olivares. Er nahm den Krieg gegen die Niederlande wieder auf, griff in den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein und geriet dadurch nach 1635 in eine offene Auseinandersetzung mit Frankreich. Olivares verschärfte weiterhin die Besteuerung, und als er die allgemeine Wehrpflicht einführte, kam es 1640 erst in Katalonien und dann in Portugal zu Aufständen. Katalonien wurde 1652 wieder annektiert, aber 1648 musste Spanien die Unabhängigkeit der Niederlande anerkennen. Roussillon und Cerdagne gingen 1659 wieder an Frankreich über und 1668 spaltete sich auch Portugal endgültig von Spanien ab. Auch der neue Regent, Karl II., war aufgrund körperlicher Gebrechen und geistiger Schwäche nicht in der Lage diese Entwicklung durch eine effektive Regierung aufzuhalten. Mit dem Tod Karls erlosch die männliche Linie der spanischen Habsburger. Karl verfügte testamentarisch, dass der Thron an seinen Großneffen, Philipp V., Herzog von Anjou und Enkelsohn des Bourbonenkönigs Ludwig XIV. von Frankreich, überging. Die meisten der europäischen Herrscherhäuser waren von der Übernahme der noch immer umfangreichen Territorien Spaniens durch die Bourbonen alarmiert. England, die Niederlande, Österreich, Preußen und verschiedene kleinere Staaten schlossen sich zu einer Koalition gegen Ludwig XIV. zusammen. 1701 begann der Spanische Erbfolgekrieg. 1711 drohte durch die Unterstützung der Habsburger Ansprüche auch das europäische Kräftegleichgewicht aus den Fugen zu geraten. Karl VI. wurde nach dem Tod seines Bruders Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und erbte die österreichischen Besitzungen. Im Frieden von Utrecht fand man 1713 eine Kompromisslösung. Die meisten der europäischen Besitzungen außerhalb Spaniens wurden an Österreich abgetreten, aber dafür wurde der Bourbone als König Philipp V. von Spanien anerkannt. Die Kolonien in Übersee blieben ihm erhalten.

Die bourbonische Herrschaft war von tief greifenden Veränderungen und einer internen Entwicklung Spaniens gekennzeichnet. Philipp, der durch die Schule des Absolutismus Ludwigs XIV. gegangen war, brachte Katalonien und Aragonien, die noch immer ihren Status als unabhängige Staaten aus dem Mittelalter aufrechterhielten, unter die bürokratische Zentralgewalt. Umfangreiche Programme für öffentliche Arbeit wurden ins Leben gerufen, und Handel, Industrie und Landwirtschaft erhielten die Unterstützung und Förderung des Königshauses. Die amerikanischen Kolonien wurden umstrukturiert und die Handelsbeziehungen Spaniens zu diesen Gebieten ausgebaut. Die Außenpolitik der ersten Bourbonen war durch ein enges Bündnis mit Frankreich charakterisiert. Spanien griff auf der Seite von Frankreich gegen Österreich in die Polnischen Erbfolgekriege (1733-1735) und in den Österreichischen Erbfolgekrieg (1740-1748) ein. 1762 kämpfte Spanien an der Seite Frankreichs im Siebenjährigen Krieg gegen Großbritannien. Als die Briten gewannen, verlor Spanien zwar Florida, erhielt dafür aber als Ausgleich von Frankreich Louisiana zugesprochen. Die beiden Nationen verbündeten sich 1779 erneut, um während des Nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieges gegen Großbritannien zu kämpfen. Durch den Vertrag von Versailles erhielt Spanien 1783 Florida zurück.

Der nächste König, Karl IV., war ein schwacher Herrscher. Die außergewöhnlichen Umwälzungen, die als Folge der Französischen Revolution 1789 in ganz Europa zu spüren waren, hatten besonders für Spanien negative Auswirkungen. 1793, nachdem der französische Bourbonenkönig hingerichtet worden war, verbündete sich Spanien mit anderen europäischen Mächten und erklärte der revolutionären Regierung den Krieg. Doch schon bald darauf, als die französischen Armeen plündernd durch die nördlichen Provinzen zogen, musste sich das Land geschlagen geben. Als die revolutionären Leidenschaften in Frankreich abklangen, wechselte Godoy, der von Karl IV. als Regierungschef eingesetzt wurde, 1796 erneut den Kurs und bildete wieder eine Allianz gegen Großbritannien. Der britischen Übermacht zur See war man jedoch nicht gewachsen, und so wurde Spanien für das nächste Jahrzehnt von den amerikanischen Kolonien abgeschnitten, was für die Wirtschaft katastrophale Folgen hatte. Noch verheerendere Folgen brachte die veränderte Stellung Frankreichs mit sich, das eher wie ein Gebieter, denn wie ein Verbündeter agierte. Bereits 1799 hatte Napoleon faktisch das gesamte Land unter seine Kontrolle gebracht. Louisiana wurde 1800 wieder an Frankreich abgetreten, und durch den 3. Koalitionskrieg (Spanien verlor 1805 in der Schlacht von Trafalgar seine gesamte Flotte) wurde das Land zu einer Marionette Frankreichs. Der Unwille des spanischen Volkes wuchs ständig an, und im März 1808 wurde Godoy gestürzt. Karl dankte zugunsten seines Sohnes Ferdinand ab. Napoleon, der bereits fest entschlossen war, die direkte Kontrolle über Spanien zu übernehmen, nutzte die Wirren der Situation aus, zwang Ferdinand und Karl zum Verzicht auf die spanische Krone und setzte seinen Bruder, Joseph Bonaparte, auf den Thron.

Das spanische Volk lehnte es ab, Joseph als König anzuerkennen. Bis Januar 1810 hatten die Franzosen die spanischen Hauptarmeen vernichtet und das Land größtenteils in ihre Gewalt gebracht. Die Spanier organisierten sich in Guerillabanden und führten einen effektiven Kleinkrieg gegen die französischen Truppen. Damit konnten sie einerseits die Vernichtung der britischen Armee in Portugal und andererseits die vollständige Übernahme Spaniens verhindern. Dadurch wurde auch das Treffen der Nationalversammlung ermöglicht, das 1810 bis 1813 in Cádiz stattfand. Die Versammlung verabschiedete eine Verfassung, welche die absolutistische Herrschaft beendete. Die Verfassung, die für ihre Zeit überaus fortschrittlich war, wurde zur entscheidenden Kernfrage der nachfolgenden Politik Spaniens. Sechs lange Kriegsjahre fügten der Wirtschaft Spaniens einen immensen Schaden zu. Außerdem begannen die amerikanischen Kolonien ihre Unabhängigkeit zu fordern. 1826 standen nur noch Kuba und Puerto Rico unter spanischer Vorherrschaft. Die Kolonien auf dem Festland hatten alle ihre Freiheit erlangt, und damit konnte Spanien auch nicht mehr auf deren Ressourcen zurückgreifen.

Ferdinand VII. kehrte nach dem Sieg über Napoleon 1814 nach Spanien zurück und hob die Verfassung von Cádiz auf. Sechs Jahre später brach eine Revolution unter der Führung von Armeeoffizieren aus, welche die Verfassung erneut in Kraft setzten. Da die Mitglieder der Heiligen Allianz eine Ausweitung der Revolution in Europa fürchteten, wurden 1823 französische Truppen mit dem Sturz des liberalen Regimes beauftragt. Damit kehrte Ferdinand als Vertreter des Absolutismus an die Macht zurück.

Ferdinand, der ohne männlichen Erben geblieben war, bestimmte 1831 seine noch unmündige Tochter Isabella zu seinem Nachfolger. Sein Bruder Carlos wandte sich jedoch an die politischen Extremisten. 1833 legten diese fest, dass eher Carlos als Isabella II. einen legalen Anspruch auf das Thronerbe habe. Dieser Konflikt innerhalb des Herrscherhauses endete in einem Bürgerkrieg, in dem die Karlisten gegen die so genannten Cristinos kämpften, den Anhängern von Isabellas Mutter Maria Christina, die zu dieser Zeit die Regentschaft innehatte. Um den Sieg über die Liberalen nicht zu gefährden, erließ Maria Christina 1834 an Stelle einer Verfassung eine königliche Charta. Nach langen Kämpfen erlitten die Haupttruppen der Karlisten 1839 eine entscheidende Niederlage. Volksunruhen zwangen Maria Christina 1837, eine liberalere Verfassung als die Charta von 1834 zu garantieren. 1840 trat Maria Christina nach einer gemeinsamen militärisch-bürgerlichen Revolte von der Regentschaft zurück und verließ Spanien. 1843 wurde Isabella für mündig erklärt.

Als Günstlinge des Hofes regierten zwischen 1843 bis 1866 meist die Konservativen das Land. Isabellas absolutistische Tendenzen sowie ihre Inkompetenz führten zu einer Verbündung aller Hauptparteien. Die Folge war die "Glorreiche Revolution" vom September 1868, die mit dem Sturz Isabellas endete. Die Revolution, die ihren Höhepunkt in der demokratischen Verfassung von 1869 fand, wurde jedoch bald wieder von Konflikten überschattet. Kuba erhob sich gegen die spanische Vorherrschaft. Mehrere ausländische Prinzen verweigerten die Annahme der spanischen Krone. Amadeus, Sohn König Victor Emmanuels II. von Italien, akzeptierte das Angebot im Dezember 1870. Die Karlistenbewegung lebte wieder auf, und auch eine radikale föderalistische Republikanerbewegung konnte Fuß fassen. Ein erneuter Karlistenkrieg und der kubanische Aufstand veranlassten Amadeus im Februar 1873 zur Abdankung. In Ermangelung möglicher Alternativen rief das Parlament in Spanien die Erste Republik aus. Eine Gruppe von Generälen putschte 1874 gegen die Republik und setzte die Bourbonenmonarchie wieder ein. Als König bestieg Alfons XII., Isabellas Sohn, den Thron.

Die neue Verfassung von 1876 war flexibler ausgelegt als frühere Dokumente. Sowohl der Hof als auch die Armee durften nicht mehr in die Politik eingreifen. Unter diesen neuen Bedingungen gelang es recht schnell, die Aufstände der Karlisten (1876) und der Kubaner (1878) niederzuwerfen. 1895 brachen in Kuba erneut Unruhen aus, diesmal in weit größerem Ausmaß als die Aufstände von 1868 bis 1878. Die Rebellen erhielten Unterstützung von den Vereinigten Staaten von Amerika. 1898 brach in Folge dieser Auseinandersetzungen der Spanisch-Amerikanische Krieg aus. Vernichtend geschlagen zog sich Spanien aus Kuba zurück und musste auch Puerto Rico, Guam und die philippinischen Inseln an die Vereinigten Staaten abtreten. Nach dieser Niederlage wurden auch die Anti-Dynastie-Bewegungen wieder lauter. Als der Konservative Antonio Maura 1907 sein Amt als Regierungschef antrat, entfernte er sich durch seine herrschsüchtige Politik weitgehend von den Liberalen. 1909 bemühte Maura sich um die Wiederaufnahme der militärischen Operationen Spaniens gegen Marokko. Es entflammte eine blutige Rebellion. Maura wurde durch eine liberale Regierung unter José Canalejas y Méndez ersetzt, aber als dieser im November 1912 ermordet wurde, brach man auch seine Reformprogramme ab.

Militärjuntas wurden gebildet, um den Forderungen gegenüber dem Staat mehr Nachdruck zu verleihen. In Katalonien agitierten Regionalpatrioten gegen die Fremdherrschaft. Auch die republikanischen Parteien gewannen in allen Gebieten Spaniens an Einfluss. Anfang 1917 entstand eine Krisensituation, für die mehrere dieser Bewegungen verantwortlich waren. Nach 1919 weitete sich die Krise zu einem Unabhängigkeitskampf im spanisch besetzten Sektor von Marokko aus. Der marokkanische Krieg verschlang immense Summen. Auf besondere Ablehnung stieß er, als die Rebellen den spanischen Truppen im Juli 1921 bei Anual eine vernichtende Niederlage beibrachten.

Im September 1923 führte General Miguel Primo de Rivera einen Militärputsch, der die weit verbreitete Enttäuschung über die parlamentarische Regierung zum Ausdruck brachte. Statt sich zu widersetzen, akzeptierte König Alfons XIII. den Putsch und ernannte Primo de Rivera zum Regierungsoberhaupt. Die Cortes wurden aufgelöst, und ein Militärdirektorium übernahm die Regierungsgeschäfte. Primo de Rivera bestand darauf, dass seine Diktatur nur eine zeitweilige Maßnahme sei. Eine seiner wichtigsten Errungenschaften war die Beendigung des kostenintensiven Marokkokrieges, die er 1926 mit französischer Hilfe erreichte. Das Hauptanliegen der neuen Zivilregierung, die er ernannte, war die wirtschaftliche Entwicklung. Ein ausgedehntes Netzwerk an Straßen wurde angelegt, und man begann mit dem Bau der großen Bewässerungsanlagen. Von 1928 bis 1929 verstärkte sich die Opposition gegen seine Regierung. Im Januar 1930 akzeptierte Alfons den Rücktritt Primo de Riveras. Die Versuche, die Monarchie im Dezember 1930 mit Gewalt zu stürzen, schlugen fehl. Aber bei den Landeswahlen im April 1931 erreichten die republikanischen Kandidaten in den Stadtgebieten eine derartig überwältigende Mehrheit, dass Alfons daraufhin Spanien verließ. Die Zweite Spanische Republik wurde mit Niceto Alcalá Zamora y Torres als Präsident ausgerufen.

1932 begann die Regierung unter Manuel Azaña im Rahmen einer Agrarreform mit der Aufteilung des großen Grundbesitzes im Süden Spaniens an die Bauernschaft. Ein Umfangreiches Programm zur Bewässerung und anderen öffentlichen Arbeiten wurde in Angriff genommen und die Trennung von Kirche und Staat verfügt. Im Laufe der Zeit verbündeten sich viele der Gruppen, die anfänglich die Republik akzeptiert hatten. Azañas Koalition begann 1933 zu zerfallen. In den Wahlen vom November 1933 gewannen die Parteien des rechten Flügels sowie die Zentrum-Mitte-Parteien die Mehrheit. Das Ergebnis war eine erneute Orientierung der Macht am rechten Flügel, die antiklerikalen Maßnahmen wurden abgeschwächt und Agrarreform sowie andere soziale Gesetze teilweise wieder rückgängig gemacht. Die linksgerichteten Kräfte reagierten auf die Änderungen mit entschiedener Heftigkeit. Die Spannungen entluden sich im Oktober 1934, als unter der Führung der Sozialisten ein Aufstand der Arbeiter in Asturien begann. Katalonien proklamierte seine Unabhängigkeit von Madrid. Ende 1935 spaltete sich die regierende Koalition. Bei den Wahlen im Februar 1936 errang eine neue, linksgerichtete Koalition, die Volksfront, einen knappen Sieg. Diese Koalition, die ebenfalls unter der Leitung von Azaña stand, war weniger gemäßigt als die vorhergehende. Dies war einerseits darauf zurückzuführen, dass die Sozialisten eine radikalere Richtung eingeschlagen hatten, und andererseits gehörten auch die Kommunisten zu dieser Regierung. Die Spannungen gipfelten in Straßenschlachten zwischen rivalisierenden Gruppen, die sich immer weiter ausbreiteten, die Bauern nahmen die Landgüter in Besitz, und Spanien wurde von einer Streikwelle überflutet. General Emilio Mola plante eine Verschwörung zum Sturz der Regierung, die bis Anfang Juli schon die Unterstützung von Tausenden von Armeeoffizieren fand.

Am 18. Juli 1936 begann die Revolte der Militärs gegen die Regierung, die allerdings schon bald in Madrid, Barcelona, Valencia und verschiedenen anderen Städten im Osten und Norden niedergeschlagen wurde. Das Land spaltete sich in zwei Zonen. In der einen, der nationalistischen, zu der im Allgemeinen die ländlichen Gebiete gehörten, fanden die Rebellen Unterschlupf. Die andere umfasste eher die städtischen, industriell geprägten Zentren. Dies war die republikanische bzw., die so genannte Loyalistenzone. Die ständige Verschärfung der Gegensätze löste letztendlich einen langen Bürgerkrieg aus. Beide Seiten erhielten schon bald Unterstützung aus dem Ausland. Das faschistische Italien und das nationalsozialistische Deutschland unterstützten die Nationalisten mit Truppen, Waffen und Flugzeugen. Die Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR) versorgte die Loyalisten mit militärischer Ausrüstung und Beratern. Auf dieser Seite griffen auch die Internationalen Brigaden ein, eine Kampftruppe, die sich aus idealistischen Freiwilligen aus Europa und Amerika zusammensetzte. Großbritannien und Frankreich blieben neutral. Die Nationalisten standen in geschlossener Einheit hinter ihren Zielen und fanden in General Francisco Franco einen starken Führer. Am 1. April 1939 wurde der Bürgerkrieg für beendet erklärt.

Dem verheerenden Krieg folgte ein von ungewöhnlichen Rachegefühlen getragener Frieden. Franco unternahm keinerlei Versuche der nationalen Wiederversöhnung. Die Loyalisten wurden als die "Roten" betrachtet, die eine "antispanische" Gesinnung vertraten. Das spanische Volk hatte unter den Kriegsverwüstungen und der wirtschaftlichen Misere schwer zu leiden. Die meisten der unter der Republikanischen Regierung entstandenen Gesetze zugunsten der Arbeiter und Bauern wurden sofort widerrufen. Die bedeutendsten politischen Kräfte dieser Periode wurden durch die Armee, die Kirche (die während des Krieges enge Beziehungen zu Franco aufgebaut hatte) und die Falange verkörpert. Diese kleine spanische faschistische Partei wandelte Franco 1937 in eine offizielle Staatspartei um. Bis 1942 war es Franco gelungen, die vollständige Kontrolle sowohl über die Armee als auch über die Falange zu erlangen. Obwohl er mit den Achsenmächten sympathisierte und ihnen aufgrund der Unterstützung während des Bürgerkriegs verpflichtet war, widersetzte er sich auch dem Druck seitens des deutschen Reichskanzlers Adolf Hitler und griff nicht in den Weltkrieg ein. Mit den zunehmenden Erfolgen der Alliierten begann auch Franco als vorsichtiger, pragmatischer Herrscher seine Politik allmählich zu ändern. Die Inhaftierungen wurden reduziert, und nach 1943 gab es keine Hinrichtungen mehr. 1947 wurde in Spanien die Monarchie wieder eingeführt, obwohl kein König den Thron besteigen konnte, es sei denn, Franco starb, würde für unfähig erklärt werden oder aus einem anderen Grund seinen bedeutenden Einfluss verlieren. Doch ungeachtet seiner Reformmaßnahmen bekam Franco in den Jahren nach dem Krieg den Zorn der Alliierten zu spüren. Von 1946 bis 1950 ächteten die Vereinten Nationen (UN) sein Regime. Im Norden Spaniens kam es unter Mitwirkung Frankreichs erneut zu einem Guerillakrieg. Durch eine schwere Dürreperiode verschlimmerte sich die wirtschaftliche Misere und die Hungersnöte noch weiter, die in Spanien seit 1939 immer wieder ausbrachen.

Mit Ausbruch des Koreakrieges im Juni 1950 begann man Franco als einen bedeutenden Verbündeten gegen den Kommunismus zu betrachten. Im November wurde der UN-Boykott aufgehoben, US-amerikanische Banken sicherten Spanien Anleihen zu und der Vatikan erkannte die Legitimität des Regimes in aller Öffentlichkeit an. Im September 1953 erhielt Spanien von den Vereinigten Staaten umfangreiche militärische und wirtschaftliche Hilfe. Im Gegenzug verpachtete Spanien eine Anzahl von Luft- und Marinestützpunkten an die USA. Im Dezember 1955 wurde Spanien schließlich in die UN aufgenommen. 1952 hatte die landwirtschaftliche und industrielle Produktion wieder ihren Stand von der Vorkriegszeit erreicht. Die Krise von 1955 bis 1956, in der es zu Studentenunruhen und Streikbewegungen der Arbeiter kam, hatte eine weitere Einschränkung der Macht der Falangisten zur Folge. Im Februar 1957 fand eine umfangreiche Umstrukturierung des Kabinetts statt, im Zuge derer sich die Repräsentanz von Arbeitgebern und –nehmern erhöhte. Zeitgleich mit dem Versuch Spaniens, wieder in der Weltwirtschaft Fuß zu fassen, wurden die unzähligen restriktiven staatlichen Kontrollen in der Geschäftswelt abge-schafft. Die Beziehungen auf dem Arbeitsmarkt entspannten sich. Nach den Streiks der Bergarbeiter im März 1958 garantierte das Regime den Arbeitern das Recht, in Bezug auf Löhne und Arbeitsbedingungen direkte Verhandlungen mit den Arbeitgebern aufzunehmen. Ende der fünfziger Jahre ließen die großen Bewässerungsprojekte, die man in früheren Jahren begonnen hatte und die unter Franco weiter ausgebaut worden waren, erste Erfolge erkennen. Der Möglichkeit, diese positiven Entwicklungstrends im Inland durch die Entkolonialisierungskämpfe im Ausland zu gefährden, kam das Regime zuvor, indem es selbst auf seinen Kolonialbesitz in Spanisch-Marokko 1958 verzichtete.

Durch den zunehmenden Mangel an Arbeitskräften schnellten die Löhne in die Höhe, inoffizielle Gewerkschaften formierten sich, und die Landwirtschaft wurde mechanisiert, um die höheren Lohnkosten auszugleichen. Es setzte eine umfangreiche Migration von den ländlichen in die städtischen Gebiete ein. Das umfangreiche Wohnungsbauprogramm, das von der Regierung gefördert wurde, fing die immensen sozialen Kosten auf, die den Übergang Spaniens von einer ländlichen in eine städtische Gesellschaft begleiteten. 1962 rief Franco als Antwort auf die Streiks in Asturien und ein Treffen oppositioneller Kräfte in München das Kriegsrecht aus. 1970 drohten neue Repressionen, als mehrere Mitglieder einer neuen baskischen Separatistenorganisation, der Euzkadi ta Azkatasuna (Baskisches Heimatland und Freiheit, ETA), in Prozessen, die in Burgos stattfanden, zum Tod verurteilt wurden. Teilweise durch den internationalen Druck gab die Regierung in dieser Krise klein bei. Schon bald wurde das Kriegsrecht wieder aufgehoben und die Todesurteile für die Mitglieder der ETA in mildere Strafen umgewandelt. Die Liberalisierung kam auch in einer Reihe von grundlegenden Gesetzen zum Ausdruck, die zwischen 1966 und 1969 verabschiedet wurden. In einem dieser Gesetze wurde der offizielle Status Spaniens als Monarchie anerkannt. In diesem Gesetz wurde Juan Carlos de Borbón, der Enkelsohn von Alfons XIII., als Nachfolger Francos nach dessen Tod bestimmt.

Trotz der Liberalisierung und des zunehmenden Wohlstandes fanden die sozialen und politischen Unruhen kein Ende. Der mit Abstand bedeutendeste Konflikt entwickelte sich im Baskenland, wo die ETA damit begann, Terroristenanschläge auf die Polizei und die Armee zu verüben. Die Regierung antwortete mit wahllosen Repressionen und, von 1969 bis 1975, wurden die baskischen Provinzen von dem entsetzlichen Teufelskreis von Gewalt und Gegengewalt ergriffen. 1973, als Premierminister Luis Carrero Blanco von der ETA ermordet wurde, war das Regime schwer erschüttert. Doch die Reaktion war diesmal keine erneute Verstärkung der Repressionen. Vielmehr setzte der neue Premierminister Carlos Arias Navarro weitere Liberalisierungsmaßnahmen durch, darunter auch Pläne für die Bildung politischer Vereinigungen, die seit 1939 verboten waren. Die Reformversuche von Arias wurden sabotiert, und es wurde ein Gesetz verabschiedet, das für Terroristen, die Polizisten getötet hatten, die Todesstrafe forderte. Im September 1975 wurden fünf dieser Terroristen hingerichtet. Die Gefahr einer eventuell weiteren Bewegung nach rechts in der Politik wurde am 20. November 1975 mit dem Tod Francos gebannt.

Auf Francos Tod und die Thronbesteigung durch König Juan Carlos I. folgten mehrere Monate politischer Mehrdeutigkeit. Der neue König bemühte sich um die volle Demokratisierung, aber viele der mächtigen Interessengemeinschaften arbeiteten gegen diese Veränderungen. Im Juli 1976 gelang es, diesen Teufelskreis zu durchbrechen, als Navarro auf Ersuchen von Juan Carlos zurücktrat. Dieser ernannte Adolfo Suárez González zum neuen Premierminister. Trotz scharfer Proteste seitens der Armee legalisierte er im April 1977 die Kommunistische Partei. Im Juni bestärkten ihn die Ergebnisse der ersten demokratischen Wahlen nach vier Jahrzehnten in seiner Politik der Mitte. 1978 verabschiedeten die Cortes eine neue demokratische Verfassung. Nur die baskischen Provinzen kämpften noch immer gegen ihre Bindung an Spanien und unterstützten die ETA, die ihre terroristischen Aktivitäten verschärfte. 1979 kam es nach den Wahlen erneut zu Unruhen. Im Januar 1981 trat Suárez zurück. Sein Nachfolger wurde der Vizepremierminister Leopoldo Calvo Sotelo. Der gärende Groll in den Kreisen der Militärs verschärfte sich zu einer drohenden Verschwörung. Am 23. Februar 1981 stürmten bewaffnete Zivilgarden die Cortes und versuchten, die Macht zu übernehmen. König Juan Carlos konnte den Putsch gerade noch verhindern, indem er die Militäreinheiten davon überzeugte, der Regierung gegenüber loyal zu bleiben. Kurz vor den Wahlen im Oktober 1982 wurde ein Komplott zu einem Militärputsch der Extremisten des rechten Flügels aufgedeckt. 1988 erneuerten Spanien und die USA ihr bilaterales Verteidigungsabkommen, das den USA die Nutzung von Stützpunkten in Spanien für weitere acht Jahre zugestand. Die allmähliche Lockerung der Vorschriften im wirtschaftlichen Bereich, mit der man 1975 begonnen hatte, wurde bis in die neunziger Jahre fortgeführt. Die Monopol-rechte vieler staatlicher Firmen wurden aufgehoben. In den vergangenen Jahren widmete man sich mit zunehmender Aufmerksamkeit den wachsenden Umweltproblemen Spaniens. In Madrid und entlang der nordöstlichen Küste (Costa Brava, Costa Blanca) hat das Land mit einer erhöhten Luftverschmutzung zu kämpfen. In den landwirtschaftlich genutzten Regionen sind Wasserverschmutzung und Bodenerosion die vorherrschenden Probleme. Wiederholt kam es im Hinblick auf die rasche Entwicklung und den Ausbau der Touristenzentren entlang der Mittelmeerküste und der damit verbundenen Bedrohung der landschaftlichen Attraktionen zu Kontroversen.

 

 

 

Umwelt- und Naturschutz in Spanien

 

Die Wüste greift nach Spanien

In den spanischen Regionen Extremadura und Andalusien befinden sich die größten zusammenhängenden Wälder des Mittelmeerraumes. Diese Kork- und Steineichenwälder ähneln eher einer afrikanischen Savanne als einem Wald in unserem Sinne. Die Bäume stehen locker gestreut, das Land dazwischen wird zur Viehweide genutzt. Die Spanier nennen diese Waldform dehesa. Wegen der langen Trockenheit im Sommer wachsen die Steineichen nur sehr langsam, dafür aber können sie uralt werden. Diese uralte Kulturlandschaft existiert seit der Römerzeit.

Die Eichenwälder sind ein wichtiges Rückzugsgebiet für viele seltene Vogelarten. Allein in der Extremadura leben jeweils rund ein Drittel der europäischen Mönchsgeier und Kaiseradler. Sie ernähren sich vom Aas toter Schafe und Rinder, die von den Viehhirten im Wald liegengelassen werden. Jeden Winter kommen rund 60 000 Kraniche aus Nordeuropa in die Extremadura, weil hier der Winter mild ist und weil es genügend Nahrung gibt – mit Vorliebe knacken die Kraniche die Eicheln der Steineichen. Auch der Kranich ist von der traditionellen Viehzucht abhängig, denn die Eichen werden natürlich nicht für die Kraniche gehegt und geschnitten, sondern für die iberischen Schweine, die im Winter in den Wald getrieben und dort mit Eicheln gemästet werden.

Die Viehzucht ist an das trockene Klima im Sommer angepasst: Die Schaf-, Ziegen- und Rinderherden weiden nur im regenreichen Winter in der dehesa, im Frühjahr, wenn das Gras verdorrt, ziehen die Hirten mit ihren Herden Hunderte von Kilometern nach Norden und ins Gebirge, wo die Weiden noch grün sind. Im Herbst kommen sie dann wieder zurück in den Süden, wo es im Winter keinen Frost gibt. Seit den siebziger Jahren werden die Viehherden per Eisenbahn oder LKW transportiert. Die wenigen Hirten, die immer noch mit ihren Herden wandern, stoßen auf unüberwindbare Hürden: Immer mehr Autobahnen blockieren die cañadas, wie die Spanier die Viehtriebwege nennen. Das 120 000 Kilometer lange Wegenetz verbindet die Naturreservate in ganz Spanien. Luchse und Wölfe, Geier und Adler folgen diesen grünen Korridoren auf der Suche nach schwachen und verendeten Tieren.

1995 beschloss die Regierung, die Reste der cañadas unter Naturschutz zu stellen:

500 000 Hektar Land dürfen nun nicht mehr bebaut werden – das größte Biotop-Netzwerk der Welt.

Die Viehweide sichert das Überleben der dehesa, denn wenn sich die Viehzucht nicht mehr lohnt, greifen die Bauern zur Motorsäge und fällen die Bäume, um Ackerland zu gewinnen. Und dann beginnt der Teufelskreis der Desertifikation (Verwüstung): Der nackte, ungeschützte Boden wird vom Regen fortgespült (Erosion), und je dünner die Bodenschicht ist, desto weniger Pflanzen können darauf wachsen, und je weniger Pflanzen darauf wachsen, desto mehr Boden wird erodiert – bis nur noch Steppe oder Halbwüste übrigbleiben. Ein Viertel des Landes hat sich bereits in eine Halbwüste verwandelt, ein weiteres Viertel ist akut bedroht.

Ursprünglich war Spanien von dichtem Wald bedeckt. Erst Ende des Mittelalters, nachdem Kolumbus Amerika entdeckt hatte, wurde der Wald vor allem für den Schiffsbau großflächig gerodet.

Um gegen die Verwüstung vorzugehen, ließ die Regierung in den letzten Jahrzehnten ganze Bergketten mit schnell wachsenden Eukalyptusbäumen und Kiefern aufforsten. Doch Eukalyptus und Kiefern sind zum Kampf gegen die Wüste denkbar ungeeignet. Der Eukalyptus sondert giftige Enzyme ab, die das Wachstum anderer Pflanzen verhindern. Der Boden zwischen den Baumreihen ist kahl und der Erosion schutzlos ausgeliefert. Dazu kommt, dass Kiefern und Eukalyptus besonders leicht brennen.

Im Jahresdurchschnitt verkohlen 175 000 ha Wald in Spanien. Würden statt dessen einheimische Eichen gepflanzt, hätte es weniger gebrannt. Sie wachsen zwar langsamer, sind aber schwerer zu entzünden, und wenn sie doch brennen, dann überleben die eichen das Feuer. Die Korkeiche zum Beispiel hat eine feuerfeste Rinde; die Steineiche treibt nach dem Brand wieder neu aus der Wurzel. Der beste Schutz vor Waldbränden aber sind die Viehherden: In der dehesa stehen die Bäume weit entfernt voneinander, Gras und trockenes Gestrüpp dazwischen wird von Rindern, Schafen und Ziegen gefressen, so dass Flammen keine Nahrung haben.

Die dehesa ist die optimale Anpassung der Landwirtschaft an die begrenzten Ressourcen im Südwesten der Iberischen Halbinsel: Trockenheit, karge und saure Böden, Kapitalarmut. Jetzt beginnt der Kampf ums Land. Die Kleinbauern fordern die Enteignung der Großen. Der Wunsch nach sozialer Gerechtigkeit bringt ökologische Probleme mit sich, denn die Aufteilung der Latifundien ist nur sinnvoll, wenn die Bäume gerodet und das Land bewässert wird (Viehzucht würde sich auf kleinen Parzellen nicht lohnen). So wurden in den letzten Jahren in der Extremadura Tausende von Hektar Eichenwald in intensiv gedüngte und gespritzte Reis- oder Maisfelder umgewandelt.

Definition von Desertifikation

Ein Prozess, der unter dem Einfluss menschlicher Tätigkeiten in den semiariden und subhumiden Klimazonen zu schwerwiegenden ökologischen Degradierungen führt. Im Gegensatz zur Dürre ist hier also nicht das Klima, sondern der wirtschaftende Mensch der Grund für die Entstehung wüstenähnlicher Verhältnisse ("manmade-desert"). Zu den Ursachen der Desertifikation zählt die zu intensive, nicht-angepasste Landwirtschaft, das Anlegen von Tiefbrunnen, die Überweidung, die Versalzung der Böden durch eine falsche Bewässerungslandwirtschaft, der Brennholzeinschlag ebenso wie der industrielle Holzeinschlag. Die Desertifikation manifestiert sich in der Degradation der Pflanzendecke und der Böden, in der Absenkung des Grundwasserspiegels, in Verschiebungen des Mikroklimas und der Intensivierung der Erosion. Am Ende steht die partielle oder irreversible Zerstörung der Pflanzendecke in den Wüstenrandzonen, den Wüstensteppen, den Trocken- und Dornbuschsavannen.

Stierkampf und Naturschutz

Der Stierkampf ist umstritten – blutrünstig für die einen, uralte mystische Tradition für die anderen. Unstrittig aber ist, dass die toros bravos, wie die Spanier ihre Kampfstiere nennen. Vor ihrem blutigen Ende in der Arena ein glücklicheres Leben führen als Milchkühe und Steak-Rinder, die eng zusammengepfercht in riesigen Ställen gehalten werden. Die Kampfstiere leben draußen, in viele Hektar großen Gehegen in der dehesa. Im Sommer, wenn es zuwenig Gras gibt, fressen sie die Blätter der Eichen.

Viele Eichenwälder würden vielleicht ohne den Stierkampf gar nicht mehr existieren, denn wenn die Großgrundbesitzer keine Einnahmen aus der Stierzucht mehr hätten, würden viele von ihnen die Bäume roden und Ackerbau betreiben.

Fast ausgestorben ist die Rinderrasse die den Wandertrieb noch in den Genen hat. Schon Kilometer vor der nächsten Wasserstelle beschleunigt sich ihr Schritt, die Rinder wissen genau, wo das Wasser ist. In ganz Spanien gibt es nur noch zwei Rinderherden, die noch jedes Jahr auf die Transhumanz gehen, auf eine 600 Kilometer lange Wanderung von Südspanien nach Norden und wieder zurück.

Spaniens durstige Erde

Unter den klimatischen Bedingungen Spaniens ist für jede landwirtschaftliche Nutzung vor allem ein Faktor entscheidend: die Verfügbarkeit von Wasser. Seit jeher bestehen deshalb zwei Bewirtschaftungssysteme nebeneinander: Die bei weitem größere Fläche nimmt der extensive Trockenfeldbau (spanisch secano) ein. "Trockenfeldbau" heißt, dass die Felder allein durch natürliche Niederschläge Wasser erhalten. Dort finden sich die typischen Mittelmeerkulturen Wein, Weizen, Gerste, Mandeln, Oliven und Feigen.

Künstliche Bewässerung (spanisch regadío) und damit der Anbau anspruchsvollerer Kulturen wie Obst und Gemüse war früher nur in wenigen, räumlich eng eingegrenzten Gebieten möglich. Im trockenen Südspanien kamen dafür allein die wasserreichen Gebirge sowie die Unterläufe und Schwemmfächer der Flüsse in Frage. In beiden Fällen existieren noch heute uralte, aus der Maurenzeit stammende Bewässerungssysteme.

Ein in seinen Ursprüngen vermutlich mehr als tausend Jahre altes Beispiel dieses traditionellen Bewässerungsanbaus findet sich in den Hochtälern der Alpujarras am Südhang der Sierra Nevada. Der höchste Gipfel der Iberischen Halbinsel (3482 m) ist das ganze Jahr über schneebedeckt. Von seinem Fuß leiten kilometerlange Kanäle (spanisch acequias) das Schmelzwasser längs der terrassierten Hänge bis zum Talausgang und von dort weiter ins tiefer gelegene Tal des Río Guadalfeo. An zahlreichen Stellen kann Wasser – je nach Bedarf und Anspruch – abgezweigt und über vertikale wie parallele Seitenkanäle auch entlegenen Parzellen und Vorratsbecken zugeführt werden.

Die Zeiten haben sich geändert: Wo bis in die 70er Jahre täglich Hunderte von Menschen ackerten, ist heute kaum ein grüner Flecken bestelltes Land zu entdecken. Riesige Flächen werden allmählich trocken, Kanäle wachsen zu, Terrassenmauern sacken ein und werden zu Erosionsherden. Im Sommer häufen sich die Waldbrände und mit jedem Winterregen gerät der über Generationen hinweg mühsam zurückgehaltene Boden mehr und mehr ins Rutschen.

Zeit ist Geld – da rentieren sich einige versprengte Parzellen auf kargem Gebirgsboden längst nicht mehr.

Äußerst rentabel ist dagegen die Landwirtschaft nur 50 km südöstlich der Alpujarras – im Campo de Dalías, früher ein öder Küstenstreifen, den die Schäfer aus der Sierra als Winterweide nutzten. Ausgerechnet diese Salzsteppe, die klimatisch zur einzigen Halbwüste Europas rund um Almería gehört, entwickelte sich zu einem der spektakulärsten Zentren des modernen Bewässerungsanbaus.

Die vielen Sonnenstunden und das frostfreie Klima sorgen für einen zeitlichen Erntevorsprung gegenüber anderen Anbauregionen und damit für die entscheidende Gewinnspanne. Gurken, Melonen, Zucchini und Paprika erzielen mitten im Winter einen lohnenden Preis. Mittlerweile sind rund um El Ejido über 20 000 ha Land mit Plastiktreibhäusern "gepflastert".

Die intensiven Kulturen laugen den kargen Wüstenboden schnell aus. Deshalb mussten zu Beginn die Standorte der Gewächshäuser bereits nach wenigen Jahren gewechselt werden. Doch schon bald wurde die Technik der Sandbeetkultur erfunden, die die Erschließung der salzigen Böden des Campo de Dalías möglich machte: Tonhaltiger Mutterboden, Mist und Grobsand werden übereinandergeschichtet; Ergebnis: enorme Wasserersparnis, keine Salzanreicherung, kaum Evaporationsverluste, schnelle Wasseraufnahme und langsame Abgabe am Oberboden; der nächste Entwicklungsschritt war die Überdachung mit Plastikfolie. Neueste Technik: die computergesteuerte Tröpfchenbewässerung der einzelnen Pflanzen per Schlauch. Trotz ausgefeilter Wasserspar-Techniken sind die einst riesigen unterirdischen Wasserspeicher des Campo de Dalías restlos aufgebraucht. Stießen die Bohrungen vor 30 Jahren schon in 20 Meter Tiefe auf Wasser, so zapfen heute einzelne Brunnen – dank starker Motorpumpen – bereits fossile Speicherseen in 700 Meter Tiefe an.

Das Grundwasser ist nicht nur dramatisch abgesunken, sondern durch einsickerndes Meerwasser auch zunehmend versalzen, ganz zu schweigen von der Belastung mit Pestiziden, die in den schädlingsanfälligen Monokulturen eingesetzt werden. Parallel dazu hat sich die Trinkwasserversorgung und –qualität kontinuierlich verschlechtert.

Mit dem Wasser versalzen die Böden. Das Campo de Dalías steht als besonders krasses Beispiel für eine Entwicklung, die mit Francos Idee der "Binnenkolonisation" in den 50er Jahren ihren Anfang nahm: Landlose Siedler erhielten kleine Parzellen mit Brunnen und Grundausrüstung. Was als Selbstversorger-Projekt begann, wurde vielerorts zur Keimzelle des Bewässerungsanbaus neuen Stils. Gleichzeitig verfolgte Franco das Ziel, die extremen geographischen und zeitlichen Unterschiede in der Wasserbilanz durch Staudämme auszugleichen. Zahlreiche Täler einschließlich Dörfern, Feldern und Wäldern fielen dem Mythos des technisch Machbaren zum Opfer. Spanien verwandelte sich in das "Land der tausend Stauseen" – die meisten davon ebenso überdimensioniert (und deshalb halbleer) wie die quer durchs Land gebauten Wasser-Pipelines (spanisch trasvase).

Die Situation ist heute paradox: in den trockensten Landesteilen, längs der Küste von Murcia bis Almería und Motril, konzentriert sich der intensivste Bewässerungsanbau – noch dazu in direkter Wasserkonkurrenz zum wichtigsten spanischen Wirtschaftszweig, dem Tourismus, der hier jeden Sommer Menschenmassen versammelt. In den angrenzenden Gebieten vertrocknen derweil selbst die Secano-Kulturen, weil ihre Wurzeln das Grundwasser nicht mehr erreichen. Die Verwüstung ist hausgemacht.

Als zwischen 1991 und 1996 die Winterniederschläge ausblieben – solche Trockenperioden (spanisch sequías) gab es in unregelmäßigen Zyklen schon immer -, zeigte sich das ganze Ausmaß der Wassermisswirtschaft. Nicht nur die Bewässerungszonen standen vor dem ökologischen Kollaps; riesige Feuchtgebiete wie der Nationalpark Tablas de Daimiel in La Mancha trockneten restlos aus. Die Politik reagierte mit der Neuauflage von Staudammprojekten aus der Franco-Zeit.

Im Winter kam der ersehnte Regen, und die Schlagzeilen der Medien wechselten von der Dürre zu den Überschwemmungskatastrophen, doch sind die nur die Kehrseite des gleichen, zu kurzfristig gedachten oder zu sorglosen Umgangs mit den Ressourcen Boden, Wald und Wasser. Um die schleichende Ausbreitung der Wüste zu stoppen und Überschwemmungsschäden zu begrenzen, bedarf es einer den natürlichen Bedingungen angepassten, sprich konsequent "nachhaltigen" / "zukunftsfähigen" Wasserstrategie, denn mit Dürren und Sturzregen wird Spanien auch in Zukunft leben müssen.

In der Frankfurter Rundschau wurde am 18.03.2000 folgender Bericht unter der Überschrift "Nachdem der Winterregen ausblieb – In Spanien bahnt sich eine Dürrekatastrophe an" veröffentlicht (Auszug):

"Das weitgehende Ausbleiben der zwischen Dezember und März gewöhnlich herniederprasselnden Winterregen setzt nicht nur Allergikern zu. Auch Landwirten ist das Lachen vergangen. Nach dem trockensten Jahresbeginn seit 53 Jahren schrumpfen die Wasservorräte. Die mehr als 1300 großen Stauseen des Landes sind zurzeit gerade mal zu 52 % gefüllt Damit sieht die Landwirtschaft, die in Spanien bis zu 90 % der Vorräte verbraucht, schweren Zeiten entgegen. Bauernverbände weisen darauf hin, dass die zu erwartenden Dürreschäden die Ernteausfälle des vergangenen Jahres um ein Vielfaches übertreffen dürften. Umweltschützer beklagen, dass Spaniens Regierung ständig neue, ökologisch fragwürdige Stauseeprojekte, anstatt einen verantwortlichen Umgang mit der knappen Ressource zu fördern.

 

Umweltkatastrophe

Bereits 1918 wurden die ersten Nationalparks (Covadonga und Ordesa) eingerichtet. Mittlerweile gibt es elf verschiedene Schutzgebietsstufen. Die Zahl der Natur- und Nationalparks liegt bei 79, davon 4 auf den Kanarischen Inseln. Verantwortlich für den Schutz dieser Gebiete haben die Autonomen Gemeinschaften.

Besondere Bedeutung haben der Nationalpark Garajonay auf der kanarischen Insel La Gomera (letztes subtropisches Urwaldgebiet Europas) und der Nationalpark Doñana (spanisch Parque Nacional de Doñana) in den Provinzen Sevilla und Huelva in Südspanien, der 1969 gegründet wurde. Dieser größte spanische Nationalpark bedeckt eine Fläche von etwa 758 km². Ein Teil des Parks liegt innerhalb der Las Marismas, dem sumpfigen Flussdelta des Guadalquivir, der jeden Sommer austrocknet; der größte Teil des Parks besteht jedoch aus Wäldern und Buschland und umfasst auch die Monte de Doñana genannte Gegend, in der Pinien- und Korkeichenwälder sowie einige Wanderdünen vorherrschen. Die spanische Regierung hat den Park geschaffen, um die Zerstörung dieser empfindlichen Ökosysteme zu verhindern – sie sind vor allem durch Wasserentnahmen des Guadalquivir bedroht. Hier nisten außerdem zahlreiche Vogelarten, und das Gebiet stellt eines der wichtigsten Zwischenstationen für Zugvögel dar, die nach Afrika weiterziehen; An Vögeln finden sich hier z. B. Störche, Flamingos, Löffler, Reiher, Schwimmenten, Spießenten, Löffelenten, das seltene Purpurhuhn, die Blauelster, Kaiseradler und Schlangenadler. Hier leben auch einige seltene Säugetiere, darunter der Pardelluchs und der Schlangen fressende Mungo. Der größte Teil des Parks darf nur in Begleitung von Führern besucht werden. Diese einmalige Landschaft, 1994 von der UNESCO zum Naturerbe der Menschheit erklärt, ist seit dem 25. April 1998 durch giftige Abwässer und Schlammfluten bedroht, die aus dem gebrochenen Damm des Klärbeckens eines Eisenerz-Tagebaus austraten. Zwar konnte das Eindringen der Giftflut durch Sperrdämme kurzfristig verhindert werden, doch ist ein Durchsickern der Schwermetalle (u. a. Zink, Arsen, Cadmium, Quecksilber und Thallium) in das Grundwasserreservoir des Nationalparks kaum zu vermeiden. Die Kosten für die Sanierung dieses größten Vogelschutzreservats Europas werden auf bis zu 350 Mio. DM veranschlagt. Rund 350 000 LKW-Ladungen Erde müssen entseucht werden.

Bei dieser schwersten Umweltkatastrophe Spaniens der jüngsten Vergangenheit ergossen sich 5 Mio. m³ Abwässer über mehr als 2100 ha Pfirsichplantagen, Baumwollpflanzungen sowie Reisfelder und hinterließen eine bis zu einem Meter dicke giftige Schlammschicht. Es wird befürchtet, dass große Teile des Ackerbodens für mehr als 20 Jahre verseucht sind. Umweltschützer hatten wiederholt auf die Brüchigkeit des geborstenen Dammes hingewiesen. Ihre Warnungen waren jedoch von der schwedischen Betreiberfirma ignoriert worden.

 

 

Quellennachweis

- Walther L. Bernecker, Spanische Geschichte, Verlag C. H. Beck, München 1999

- http://www.spanien-abc.de/Spain -Info/German/Geographie/index.htm

- Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie, Spanien, 1993 – 1997 Microsoft Corporation

- Valentin Thurn und Steffi Röder, Mittelmeer Mosaik, p s f Praxis Schulfernsehen, v g s Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, 23. Jahrgang, Nummer 269/November 1998

- Axel Veiel, Nachdem der Winterregen ausblieb, Frankfurter Rundschau, 18.03.2000

- Microsoft Encarta 98 Enzyklopädie, Doñana Nationalpark, 1993 – 1997 Microsoft Corporation

- Christoph Schneider und Ingo Dämgen, Knaurs Länderlexikon, Die Staaten der EU – Daten, Fakten, Trends, Verlag Knaur, 1999

- Aktuell 99 – Harenberg Lexikon der Gegenwart, Harenberg Lexikon Verlag, 15. Jahrgang, 1998

- Der Fischer Weltalmanach 99 – Zahlen, Daten, Fakten, Fischer Taschenbuch Verlag, 1998

 

 

zurück zur Startseite

zurück zur Homepage